Zum Hauptinhalt springen


Genossenschaft baut am Feuerwehrgerätehauses im Weissacher Aichholzhof mit

Artikel aus der Backnanger Kreiszeitung vom 10.04.2026

Bei dem neuen Solarprojekt auf dem Anbau des Feuerwehrgerätehauses im Weissacher Aichholzhof übernimmt die Energiegemeinschaft Weissacher Tal nicht nur den Betrieb, sondern hat erstmals auch einen Teil der Montage erledigt. Noch im April soll die Anlage ans Netz gehen.

Stehen am ersten Aufbautag mit den teilweise noch verpackten Solarmodulen auf dem Dach (von links): Bernhard Roel, Albrecht van Ofen, Patrick Wimmer (Energeno), Manfred Wegener, Hans Ulrich Mohl, Horst Wernz und Benjamin Monecke (Energeno). Foto: Matthias Spinnler

Mehr lesen…

Das Wetter hätte ein bisschen besser sein dürfen, aber abgesehen davon lief die Montage der Solarpaneele auf dem Dach des neuen Anbaus des Feuerwehrgerätehauses im Weissacher Aichholzhof in der vergangenen Woche sehr gut. „Wir hatten ein bisschen Hagel, zweimal Regen und fünf Minuten Sonne“, berichtet Albrecht van Ofen, einer der zwei Vorstände der Energiegemeinschaft Weissacher Tal, mit einem Augenzwinkern. Er steht oben auf dem Baugerüst neben dem Flachdach. Dort werden gerade die letzten Module mit dem Akkuschrauber befestigt. Es ist die erste Anlage, die die Genossenschaft nicht nur betreibt, sondern auch selbst mit aufgebaut hat. „Das war eine coole Aktion“, findet van Ofen. „Wir waren schnell, die Anlage wird durch die Eigenleistung viel günstiger und die Mitglieder der Energiegemeinschaft konnten sich kennenlernen. Wir waren ein richtig gutes Team.“

Nur zwei statt wie vorgesehen drei Tage hat es gedauert, die PV-Anlage auf dem Flachdach anzubringen. „Gestern hatten wir nicht genug Klammern da, sonst hätten wir mit den Modulen auch an einem Tag fertig sein können“, teilt der Vorstand mit. Vier ehrenamtliche Helfer und van Ofen arbeiteten zusammen mit dem zweiköpfigen Installationsteam der Energeno. Schon im Juli könnte die Energiegemeinschaft mit dem genossenschaftlichen Energieunternehmen aus Heilbronn-Franken fusionieren (siehe Infotext). Die Gespräche laufen seit zirka eineinhalb Jahren, die Anlage im Aichholzhof ist das erste gemeinsame Projekt. „Die Energeno hat bei der Anlage hier die Fachexpertise gestellt, wir die Arbeitskraft“, so van Ofen. „Wir haben natürlich für die Arbeitszeit und die Technik bezahlt, das aber mit weniger Profitmarge als bei anderen Installateuren, sag ich mal.“

Die Bürgerenergiegenossenschaft aus Heilbronn-Franken hatte die Solarmodule bereits auf Lager. Mit einem Lkw wurden die insgesamt drei Paletten angeliefert, mit einem Anhängerkran aufs Dach gehievt.

96 Solarmodule mit je 0,425 Kilowattpeak (kWp) wurden auf der zur Straße zeigenden Seite des Dachs verteilt, 32 auf der kleineren, zur Rückseite gewandten Dachfläche – insgesamt eine Leistung von 51 kWp. Erst wurden die Halterungen auf dem Spezialdach mit PV-Profil befestigt, danach die Module angeklammert und festgeschraubt.

Auch auf dem Dach des alten Feuerwehrgerätehauses betreibt die Energiegemeinschaft eine PV-Anlage. Die Solaranlage mit Modulen in Dünnschichttechnik mit 14 kWp war eines ihrer ersten Projekte und ist seit Dezember 2008 in Betrieb. 2019 wurde sie erweitert. Bei der ersten Anlage habe sich die Volleinspeisung noch mehr gerechnet, sagt van Ofen. Über die EEG-Einspeisevergütung für PV-Anlagen bekommt die Energiegemeinschaft dafür noch immer knapp 47 Cent je Kilowattstunde (kWh); der Preis ist für 20 Jahre garantiert. Bei der Erweiterung und bei der neuen Anlage sind es nur noch rund elf Cent je kWh. Die neue Anlage lohne sich quasi nur, weil die Technik günstiger geworden sei und bei der Montage viel in Eigenleistung gemacht wurde, erklärt van Ofen.

Er hätte sich gut vorstellen können, Strom direkt an lokale Verbraucher oder an die Gemeinde zu liefern, statt ihn „stumpf ins Netz zu stellen.“ Die anfallenden Netzentgelte machen das zu keiner tragfähigen Option, „die sind genauso hoch, wie wenn wir den Strom nach Hamburg liefern würden“. Generell hätte van Ofen es bevorzugt, nicht allen Strom ins Netz einzuspeisen, sondern nur den Teil, den die Feuerwehr nicht selbst benötigt. Dafür verbrauche sie aber zu wenig Strom und wenn, dann hauptsächlich in den Abendzeiten – was natürlich nicht optimal für eine Solaranlage ist. „Das lohnt sich erst, wenn die Feuerwehr irgendwann einmal auf Elektrofahrzeuge umstellt“, scherzt Jörg Becker, der an diesem Vormittag die Module zusammen mit Hans Ulrich Mohl, Albrecht van Ofen und dem Team der Energeno festschraubt.

Das engagierte Mitglied der Energiegemeinschaft bringt Erfahrung im Anbringen von PV-Anlagen mit. 2014 hat er eine bei sich zu Hause installiert. „Das ist natürlich eine andere Hausnummer, daheim habe ich nur drei Reihen“, sagt Becker. Die Arbeit hat ihm Spaß gemacht. „Es ist immer gut, wenn man vorankommt und am Ende des Tages sieht, was man gemacht hat.“ Van Ofen kommentiert: „Wir haben in der Energiegemeinschaft tatsächlich viele Überzeugungstäter, die die Energiewende wirklich voranbringen wollen. Und das Schöne daran ist ja, dass die Genossenschaftsmitglieder alle auch Eigentümer der Anlage sind. Jedem gehört quasi ein kleiner Anteil daran.“

Noch im April soll die Anlage ans Netz

Die Zusammenarbeit am Projekt hat auch Silke Müller-Zimmermann vom Verein „Weissach Klimaschutz konkret“ begeistert. Es habe sie an die Zeiten des Solarvereins Rems-Murr erinnert, in dessen Vorstand sie bis zu seiner Auflösung 2022 tätig war. „Da haben die Leute sich gegenseitig geholfen, die Anlagen auf ihre Dächer zu bringen“, weiß van Ofen. Am ersten Tag der Montage auf dem Feuerwehrgerätehaus hat Müller-Zimmermann alle Helfer mit veganem Chili sin Carne und Zimtschnecken versorgt. „Das war meganett“, findet van Ofen.

Bis die PV-Anlage ans Netz gehen kann, soll es nicht mehr allzu lange dauern. Die Solarmodule liegen alle und sind befestigt. An diesem Tag kümmert sich die Energeno noch um die Verkabelung. „Durch den Schwanenhals da drüben gehen die Kabel ins Gebäude“, sagt van Ofen und zeigt auf ein gebogenes Rohr. Sobald auch innen die Elektroarbeiten erledigt sind, können die Solarmodule in Betrieb genommen werden. „Ich denke, das wird noch im April der Fall sein“, schätzt van Ofen. 

Zurück…

Fotos: Jörg Becker (01-04-2026)


Neue PV-Anlage auf Mehrfamilienhaus in Backnang

Im Rahmen der laufenden Dachsanierung eines Mehrfamilienhauses in Backnang konnten wir eine neue Photovoltaikanlage mit einer Leistung von 49,28 kWp realisieren. Die Umsetzung dieses Projekts stellte unser Team vor einige Herausforderungen, die wir gemeinsam mit unseren Partnern erfolgreich gemeistert haben.

Mehr lesen…

Abstimmung und Planung

Die Sanierung erforderte eine enge Abstimmung zwischen Architekt, WEG-Verwaltung, Dachdeckerbetrieb und unserem technischen Partner AET-Beck. Besonders die Nutzung der Dachflächen für die PV-Anlage war eingeschränkt: Zum einen durch Bereiche mit begrenzter Dachlast, zum anderen durch die auf dem Dach installierten Sekuranten (Sicherheitsvorrichtungen für Wartungsarbeiten). Die genaue Einmessung dieser Sekuranten war aufwendig, da ihre tatsächliche Position teilweise von den Plänen abwich. Dies erforderte eine flexible und sorgfältige Planung, um die bebaubare Fläche exakt zu bestimmen.

Bauablauf und Herausforderungen

Die Errichtung der Unterkonstruktion musste in einem engen Zeitfenster zwischen der Fertigstellung der Dachflächen (inklusive Sekuranten) und der anschließenden Bekiesung erfolgen. Ein wichtiger Lerneffekt war, dass die Modulmontage künftig erst nach der Bekiesung erfolgen sollte, um Schäden und Verzögerungen zu vermeiden. Zusätzlich kam es durch die Bauferien zu Verzögerungen im Bauablauf.

Während der Isolationsarbeiten an den Fahrstuhlaufsätzen mussten bereits montierte Module wieder abgedeckt werden, bzw. die Montage auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden, um die Qualität der Anlagenkomponenten zu gewährleisten.

Technische Besonderheiten

Im Zuge der Baumaßnahmen wurden zudem neue Hausanschlüsse mit Kabelmuffen und Unterverzweigern installiert, um eine sichere und zukunftsfähige Netzanbindung zu gewährleisten.

Anlagenkonzept

Die PV-Anlage ist als Volleinspeiser konzipiert und nutzt die verfügbare Dachfläche in Ost-West-Ausrichtung optimal aus. Sie wurde im Rahmen der gesetzlichen PV-Dachpflicht im Zuge der Dachsanierung umgesetzt und leistet einen wichtigen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung in unserer Region.

Bauzeit und Inbetriebnahme

Die Bauzeit erstreckte sich von April bis Dezember 2025. Die Inbetriebnahme erfolgte im Januar 2026.

Wir danken allen Beteiligten für die engagierte Zusammenarbeit und freuen uns, mit dieser Anlage einen weiteren Schritt in Richtung nachhaltiger Energieversorgung für unsere Gemeinschaft getan zu haben.

Zurück…

Infos zur geplanten Fusion

|>>>Hier (PDF 80 KB) finden Sie aktuelle Infos zur geplanten Fusion mit der 
EnerGeno Heilbronn-Franken eG

Die Genossenschaften im Vergleich:

Ihre Entscheidung zählt!

In der Generalversammlung im Juli 2026 stimmen Sie als Mitglied über die Fusion ab!

Fragen? Schreiben Sie uns: |>>>kontakt@energie-wt.de 


Energiegemeinschaft Weissacher Tal stellt Weichen für die Zukunft – Fusion mit EnerGeno Heilbronn Franken eG wird angestrebt

Bericht von der Generalversammlung 2025 am Dienstag, 16. September 2025, im Bürgersaal der Turn- und Versammlungshalle in Allmersbach im Tal

Die Energiegemeinschaft Weissacher Tal eG (EGWT) hat bei ihrer Generalversammlung im Bürgersaal Allmersbach nicht nur auf ein bewegtes Geschäftsjahr 2024 zurückgeblickt, sondern auch ein zentrales Zukunftsthema vorgestellt: Die Genossenschaft strebt eine Fusion mit der EnerGeno Heilbronn Franken eG (EnerGeno) an. Ziel ist es, die wirtschaftliche Basis zu stärken, die Organisation zu professionalisieren und die regionale Energiewende langfristig abzusichern. Über die Fusion entscheiden die Mitglieder in der Generalversammlung im Jahr 2026. Bereits am 13. Oktober 2025 lädt die EGWT alle Mitglieder und Interessierten zu einer Informationsveranstaltung nach Allmersbach ein.

Neben diesem Zukunftsthema standen auch personelle Veränderungen im Vorstand auf der Tagesordnung. Mit großem Dank verabschiedete die Versammlung die langjährigen Vorstände Rolf Heller und Matthias Spinnler, die der Genossenschaft weiterhin beratend verbunden bleiben. Neu im Amt sind Albrecht van Ofen, Holzwirt mit handwerklichem Hintergrund, sowie Stephen Harrison, Ingenieur und Unternehmensberater. Beide wollen die Energiewende vor Ort mit frischen Impulsen vorantreiben.

Das Geschäftsjahr 2024 war geprägt von einem schwachen Solarjahr. Die Erträge der PV-Anlagen lagen 5–10 % unter dem langjährigen Mittel. Es wurden 2024 zwei neue Anlagen mit insgesamt 113 kWp in Betrieb genommen – ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Energiewende in Bürgerhand. Damit überschritt die Genossenschaft 2024 erstmals die Marke von 1 Megawatt installierter PV-Leistung. Trotz einzelner Ausfälle erzielte die Genossenschaft einen Jahresgewinn von 39.000 Euro. Die Mitglieder beschlossen eine Dividende von 3 %. Vorstand und Aufsichtsrat wurden einstimmig entlastet.

Auch bei den Wärmenetzen berichtete der Vorstand von stabilen Betriebsjahren, aber auch von Optimierungsbedarf:

Fuchsklinge: Die Strom- und Wärmeversorgung läuft technisch stabil, allerdings erschwert die noch nicht abgeschlossene Aufsiedlung den Gesamtbetrieb. Neue Bauprojekte im Areal könnten die Situation in den kommenden Jahren verbessern.

Rombold/Jägerhalde: Seit 2020 stabiler Betrieb, die Betriebsführung wurde an die Bürgerwärme Wiesloch übergeben. Verbesserungen bei der Sommerbelüftung des Heizraums stehen an.

Hauäcker-Auenwald: 2024 erstmals ein komplettes Betriebsjahr der drei Mehrfamilienhäuser. Optimierungen im Betrieb sind vorgesehen.

Brüdenwiesen Altenwohnheim: Weiterhin stabiler Betrieb.

Auch im Bereich Ladeinfrastruktur zeigte die EGWT Kontinuität: An der Fuchsklinge wurden seit 2020 knapp 2.000 Ladevorgänge mit insgesamt über 33.000 kWh gelieferten Strom durchgeführt.

Parallel laufen mehrere Projekte, darunter neue PV-Anlagen in Backnang und auf dem neuen Feuerwehrgerätehaus in Unterweissach. Zudem wurde auch über geplante Freiflächenprojekte berichtet: Hier wird in den kommenden Wochen vom Projektentwickler ein überarbeiteter Plan vorgestellt. Erst danach fällt die Entscheidung über eine Beteiligung. Bei der Freiflächenanlage „Mittlere Hart“ gestalten sich die Gespräche mit dem Eigentümer zäh, der Wunsch seitens der EGWT besteht jedoch. Angedacht ist außerdem eine Überschuss-PV-Anlage am neuen Wasserwerk Rudersberg.

Fazit: Die Energiegemeinschaft Weissacher Tal bleibt ein Motor der regionalen Energiewende – und will mit dem geplanten Zusammenschluss mit der EnerGeno die nächsten Schritte auf noch stabilerem Fundament gehen.

Vorstände und Aufsichtsräte der EGWT: Reinhard Knüdeler, Matthias Spinnler, Daniel Bogner, Heilwig Coelle, Albrecht van Ofen, Patrizia Rall, Stephen Harrison, Kai-Uwe Ernst, Rolf Heller und Frank Müller (v. l.) | Foto: Thomas Geffken


Der neue Vorstand stellt sich vor:
Albrecht van Ofen und Stephen Harrison

Alter und neuer Vorstand: Matthias Spinnler, Rolf Heller, Stephen Harrison und Albrecht van Ofen (v. l.) vor dem Vereinsheim des SVU Tennis in Unterweissach | Foto: Thomas Geffken